Lorenz-Burmann-Schule

Bundesprojekt Migration und Integration in Deutschland an der Lorenz-Burmann-Schule

"Aus Unwissenheit entstehen Vorurteile"

Unsere Schule legt großen Wert darauf, dass über den engen Berufsbezug hinaus auch aktuelle, die Lebenswirklichkeit der Schüler und Schülerinnen ansprechende Unterrichtsinhalte ihren Platz finden.

Die Themen Migration und Integration werden an unserer Schule häufig diskutiert, gerade unsere Schüler machen sehr viele Erfahrungen mit Problemen der Integration bzw. aus ihrer Sicht nicht gelingender Integration sowohl im privaten wie beruflichen Bereich als angehende Dachdecker. Projekttage zu diesem Problembereich wollen unseren Schülern die Möglichkeit eröffnen, aus kompetenter und persönlicher Sicht sich mit Fragen der Einwanderungspolitik, der Begrifflichkeit "Aussiedler, Asylbewerber, Ausländer" auseinanderzusetzen sowie am Beispiel der Deutschen aus und in Russland etwas über deren Geschichte und Integrationsmöglichkeiten zu erfahren.

Am 15. und 16. September 2014 nahmen etwa 100 Schüler und Schülerinnen, eine Unterstufenklasse sowie 3 Oberstufengrundkurse, an diesem Projekt teil, das in Absprache mit Herrn J. Schleicher, dem Projektleiter, für jeweils 3 - 4 Unterrichtsstunden konzipiert war.

Herr Josef Schleicher, der seit 10 Jahren Schulen und andere Institutionen besucht, konnte den Schülern - ausgehend von seiner eigenen Biographie - durch Filmeinspielungen und Schautafeln viele Informationen zu den vielfältigen Facetten und Problemen der Migration und Integration nahebringen. Wissen - so seine Erfahrung und Überzeugung - kann Vorurteilen vorbeugen. Als Journalist einer deutschsprachigen Zeitung und Historiker ist es ihm ein Anliegen, gerade bei jungen Menschen für Toleranz zu werben, wobei er betonte: "Es geht ums Verstehen. Verstehen aber bedeutet nicht, mit allem einverstanden zu sein."

Herr Schleicher und Teilnehmer

Besonders interessant für unsere Schüler waren Fotos von Dächern, die den Einfluss von Deutschen im Dachdeckerhandwerk in Russland, Sibirien, Kasachstan zeigten, wie auch Beispiele gelungener Integration bekannter Persönlichkeiten aus Sport und Musikgeschäft.

Eine Diskussion über Voraussetzungen erfolgreicher Integration machte deutlich, dass Integration nur gelingen kann, wenn ein gegenseitiger Prozess der - vorsichtigen - Annäherung und Angleichung zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und der ansässigen Bevölkerung versucht wird, so Herr Schleicher. Aufgrund der Freizügigkeit in der EU und der in naher Zukunft zu erwartenden Flüchtlingsströme eine sehr aktuelle Herausforderung! Und: Integration ist ein langwieriger und langfristiger Prozess - nicht nur in der Gesamtgesellschaft, sondern auch in der Schule, auf der Baustelle. "Anpassung und Integration beginnt mit Kleinigkeiten."

Sein abschließender Appell an die Schüler: "Wenn man sich einbringt, kann man viel erreichen. Blockt nicht ab auf der Baustelle, redet miteinander, motiviert zu sprechen, denn euch gehört die Zukunft dieses Landes und Europas."

Auch die Mitschüler, stellvertretend durch Herrn Klein, bedankten sich bei Herrn Münster mit einem kleinen Geschenk für sein Engagement.

Bundesprojekt

Äußerungen von Schülern nach diesem Projekttag:

  • "Es war sehr interessant, die Hintergründe und Erfahrungen eines Deutschen aus Russland näher verstehen zu dürfen. Er hat die Präsentation sehr anschaulich gemacht. Er hat uns das Thema Migration und Integration näher vor Augen gebracht und uns durch seinen Vortrag zum Nachdenken angeregt."
  • "Wir fanden das Unterrichtsprojekt sehr informativ... J. Schleicher hat bei dem Ein- oder Anderen eventuell eine Veränderung erzielt dadurch, dass er durch Anregungen zum Nachdenken aufgefordert hat."
  • "Herr Schleicher hat sehr kompetent und authentisch uns viele Informationen gegeben und uns zum Nachdenken gebracht."

(Schüleräußerungen aus den Klassen L und K)

Angela Kiczka, Berufschullehrerin und Koordinatorin an der Lorenz-Burmann-Schule für diese Projekttage

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